Vorsicht Glas

Geschichte – Projekt – Ausstellung

Die Grundlage für Vorsicht Glas hat vor ca. 20 Jahren meine Mutter gelegt.

Sie hat damals ihre langjährige Ära des Obst- und Gemüse-Einkochens beendet und einer beachtlichen Anzahl ihrer nun scheinbar nutzlosen Einkochgläser eine neue Zukunft eröffnet.

Für meine Mutter war es unvorstellbar, diese wichtigen Behältnisse abzugeben, obwohl dafür keine Verwendung mehr bestand – ein Leben lang waren die Gläser, gefüllt mit Eingemachtem, die Garantie für ein sorgenfreies Überleben.

Mit absolutem Selbstbewusstsein wurden von ihr die Gläser mit Wasser gefüllt und eingekocht und die Kellerregale, die bisher für den Vorrat zur Verfügung standen, wurden mit den Wassergläsern neu bestückt.

Meine Mutter war über jeden Zweifel erhaben und für sie stand fest, so für den Notfall immer über sauberes Wasser verfügen zu können.

Die Wassergläser waren 20 Jahre lang die Erfindung, die Lösung, eine geniale Idee meiner Mutter für Notfälle, die zum Glück nie eingetreten sind. Im Zuge der Haushaltsauflösung mussten die Gläser ihren gewohnten Platz verlassen und ich habe die Idee meiner Mutter aufgegriffen, den Gläsern ein neues Leben zu schenken.

Raus aus dem dunklen Keller!

Zunächst durften sie mir aber für Fotos Modell stehen. Eine vorsichtige Annäherung an die Objekte, mit denen ich mich die nächsten Wochen und Monate ausgiebig beschäftigen möchte.

Mich interessieren die Materialien Glas, Metallklammer und Einkochgummi, die Formen, die scheinbare Gleichheit und die große Anzahl der Gläser, die Spiegelungen durch das Wasser.

Ich rücke den Gläsern auf die Pelle: fotografiere, zeichne, erfasse Formen, übermale Fotos, nehme Frottagen, verändere mit Stift und Pinsel Formen und Farben, entdecke neugierig wieder und wieder einen neuen Zugang – immer dabei das rote Gummiband. Die Gläser werden von mir gedanklich zerlegt und die vorhandenen Formen in neue Zusammenhänge gebracht.

Mitten in mein Projekt Vorsicht Glas platzten im Herbst 2016 die neuen staatlichen Empfehlungen zur Bevorratung für irgendeinen Krisenfall. Mir blieb kurzzeitig der Spaß an der Sache im Halse stecken und ich konnte die Motivation meiner Mutter hautnah spüren.

Mein Ergebnis aus den letzten zwei Jahren: Die Vielzahl und die immer wieder gleiche Form der Gläser fasziniert mich nach wie vor. Das Wasser ist viel mehr als H2O. Jedes Glas ein Einzelstück.

Flyer „Vorsicht Glas“

Ausstellung „Vorsicht Glas“

2019/20 – Cafe Sieburg, Bad Karlshafen
Ausgewählte Objekte meiner Ausstellung „Vorsicht Glas“

2018/19 – Carolinum, Bad Karlshafen
„Vorsicht Glas – Die Einkochgläser meiner Mutter“ – Zeichnung, Malerei, Objekte
Info: „Vorsicht Glas! Geschichte – Projekt – Ausstellung“
„Hofgeismar Aktuell 10.12.2018“ Vorsicht Glas im Carolinum
„Hofgeismarer Allgemeine 12.12.2018“ Kunst aus dem Einkochttopf

2018 – Ökologiestation des Kreises Unna
„Vorsicht Glas – Die Einkochgläser meiner Mutter“- Zeichnung, Malerei, Objekte
„Hellweger Anzeiger 21.4.18“ Kunst, die aus Einmach-Gläsern kommt